2. Herren: „Das Beste sind noch die drei Punkte“

Zweite Herren immer noch nicht in Form

HSV Frechen – MTV Köln II 28:31 (16:20)

Vergangenen Samstag trat die Zweite Mannschaft im Herbertskaul gegen den HSV Frechen an. Ein Sieg war Pflicht, wenn man nicht schon früh den Anschluss an die oberen Tabellenränge verlieren wollte. Gegen Frechen tat man sich in der Vergangenheit allerdings öfters schwer, man war also gewarnt, insbesondere vor den individuell starken Kreisläufer und Halbrechten der Gastgeber.

Der Spielverlauf der ersten 23 Minuten war von schnellen und einfachen Toren und von einem wechselhaften Führungsverlauf geprägt. Schon hier zeichnet sich ab, dass man sich oft selbst im Weg stand. In der Abwehr machte man es den Frechener Werfen oftmals allzu leicht; es fehlte Kommunikation und die Umsetzung eigentlicher Defensivabsprachen. Auch die Torausbeute ließ zu wünschen übrig, teilweise wurden Ansagen nicht umgesetzt und freiste Einwurfmöglichkeiten liegen gelassen. Eine Tatsache die sich noch in einem denkwürdigen Höhepunkt des Spiels symbolisch verdichten sollte – dazu später mehr. Denn immerhin ließ man beim Stand von 5:7 in der 10 Minute maximal eine Zwei-Tore-Führung zu, die man weitere 10 Zeigerumdrehungen später in ein 13:11 ummünzen und sogar bis zum 20:16 zur Halbzeit ausbauen konnte. Während es tatsächlich sogar mehr Tore hätten sein müssen – ganze zwanzig aber schon eine achtbare Ausbeute darstellen –, ärgerte man sich insbesondere über die 16 Gegentore; melius est enim minus egere, quam plus habere, wusste schon Augustinus.

Im Verlauf der zweiten Halbzeit, entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem der HSV nur noch maximal auf zwei Tore verkürzen konnte. Während eine Frechener Manndeckung die Kreise von Simon Bonstein einschränken sollte – ganze vier Tore steuerte er bei -, ergab sich dahinter mehr Platz für die Kölner. Doch konnten die sich auftuenden Lücken oft nicht genutzt werden, da es langen Bällen oft an der nötigen Passqualität fehlte. Bei lediglich elf eigenen Treffern in der zweiten Halbzeit, musste man glücklicherweise nur 12 Gegentore hinnehmen, konnte ergo mit 31:28 den zweiten Saisonsieg einfahren und natürlich „nur“ zwei Punkte aus Frechen mitnehmen, was die Freude allerdings nicht trübte.

Eine Szene mit gleichnishaftem Charakter besorgte an diesem Tag Timo Esser, der vom Siebenmeter Punkt in der 57. Minute einen Leger gegen den Kopf des gegnerischen Torhüters warf und dafür die rote Karte sah. Obwohl die Entscheidung härter als Essers Wurf war – die Flugparabel, die der Ball beschrieb, war bis zur Kölner Bank sichtbar – sah man sich exemplarisch damit konfrontiert, wie man sich durch die Fehlwurfquote selbst schwächt.

Es spielten: Kemal Kara, Martin Weyand (Tor); Daniel Peters (3), David Ingenerf (2), Leo Schlingmeyer, Timo Esser (3 [0/1]), Lennart Attenberger (1), Jan Stimpel (3), Simon Bonstein (4), Jannick Kertz (4), Christoph Scholl, Robert Schallenberg (3), Mats Lerho (8)